Gottesdienst für Hörgeschädigte in Göttingen

Nach 2001 wurde wieder einmal ein Gottesdienst für Hörgeschädigte für die Gebietskirche Niedersachsen in der Gemeinde Göttingen gefeiert. Evangelist Ernst Knigge aus Braunschweig hielt ihn in Lautsprache mit lautsprachbegleitenden Gebärden. Zwölf Hörgeschädigte (darunter ein Gast) sowie ihre Betreuer und ein "Gebärdenchor" waren nach Göttingen gekommen.

Die kleine Gruppe hörgeschädigter Glaubensgeschwister der Gebietskirche Niedersachsen trifft sich mit ihren Seelsorgern jeweils einen Sonntag im Monat in wechselnden Gemeinden, um den Gottesdienst in Lautsprache mit lautsprachbegleitenden Gebärden mit der anwesenden Gemeinde zu erleben. Ein "Gebärdenchor", bestehend aus einer Chorleiterin und einigen teils hörbehinderten Glaubensgeschwistern, "übersetzt" die Lieder in die Gebärdensprache. Am 16. August 2009 fand nun in der Gemeinde Göttingen nach längerer Zeit wieder ein Gottesdienst für Hörgeschädigte statt.

Evangelist Ernst Knigge (Gemeinde Braunschweig-West) legte dem Gottesdienst das für diesen Sonntag in allen Gemeinden vorgesehene Bibelwort Maleachi 3,10 zugrunde:

"Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle."

Zu Beginn des Gottesdienstes ging Evangelist Knigge auf die von der Gemeinde und vom Gemeindechor zuvor gesungenen Lieder ein, die die Hingabe zu Gott nach Leib, Seele und Geist zum Inhalt haben. Gott schenke dafür ewigen Reichtum wie Frieden im Heiligen Abendmahl, seine Liebe und Gemeinschaft, so der Evangelist.

Eingehend auf das Bibelwort erklärte Evangelist Knigge, dass es verschiedene Formen des Opfers gibt. So waren die Priester zur damaligen Zeit auf die Opfer der Gläubigen zu ihrem Lebensunterhalt angewiesen. Von Gott sind den Menschen auch heute alle irdischen Güter als "Leihgabe" anvertraut, von denen man Gott aus Dankbarkeit zurück gibt, was er zuvor geschenkt hat. Die Liebe Gottes hat wertvolle Gaben wie den Heiligen Geist und die Seele bereitet, die Ewigkeitswert haben.

Das Zeitopfer zeigt sich besonders in der Hinwendung und tätigen Liebe zum Nächsten. Gott segnet beispielsweise mit Liebe, Glaube oder auch Gesundheit. Mit Gehorsam Gott gegenüber und einem lebendigen Glauben sprach Evangelist Knigge weitere Opfer an. Gott soll in jedem wohnen und sein Segen für den Nächsten erlebbar sein.

Priester Lutz Mayet (Gemeinde Pattensen) ging nach dem Vortrag des Chores besonders auf den Gedanken ein, dass Opfer auch den damit verbundenen Segen bedeutet. Dabei soll man nicht abwarten und aufrechnen, sondern gern und mit ganzem Herzen opfern. Er sprach auch das Gebet als ein besonderes Zeitopfer an. Gott segnet mit geistigem Reichtum.

Priester Roland Wolf (Gemeinde Lehrte) sprach die Dankbarkeit in seinem Mitdienen an. Ein volles, uneingeschränktes Opfer bedeute auch den vollen Segen Gottes.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatten die Göttinger Glaubensgeschwister einen Brunch im Gemeinschaftsraum vorbereitet, der gern angenommen sowie für Begegnungen und Gedankenaustausch genutzt wurde.

Ein besonderer Höhepunkt für die Hörgeschädigten aus Deutschland ist dieses Jahr das Treffen mit hörgeschädigten Glaubensgeschwistern aus der Schweiz im Feierabendhaus in Köln-Hürth (29. / 30. August 2009). Neben Gemeinschaft und gemütlichem Beisammensein ist am letzten August-Wochenende eine Dom- / Stadtführung geplant. Den Festgottesdienst am Sonntag hält Bezirksapostel Armin Brinkmann im Feierabendhaus in Köln-Hürth. Weitere Informationen zu Gottesdiensten und Aktivitäten für Hörgeschädigte in der Neuapostolischen Kirche unter www.nak-deaf.de.

Bericht: akli. Fotos: TK / akli.

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