KinderMusikTag für große und kleine "Musikusse"

Die vielfältige positive Wirkung von Musik auf die Entwicklung von Kindern ist durch repräsentative Studien belegt. In der Kirche in Göttingen konnten Kinder zwischen 3 und 14 Jahren unter Anleitung experimentieren, sich informieren und auch ihr Können präsentieren. Für interessierte Erwachsene wurde am Nachmittag ein fachkundiger Vortrag angeboten.

Im Oktober 2008 entstand bei einigen Musikbeauftragten im Bezirk die Idee, ein Musikangebot für die Kinder zu organisieren, um das Interesse von Kindern und Eltern an Musik zu wecken und zu fördern. Diakon Andreas Prade-Weidner (Einbeck), ein ausgebildeter Musiklehrer und Musikschulleiter mit langjähriger Erfahrung u.a. in den Bereichen musikalische Früherziehung und Gehörbildung sowie Sylvia Weidner (Einbeck), Coriena Köhler (Bad Lauterberg), Priester Hartmut Lau (Göttingen) und Nicole Wiese (Northeim) bildeten das Organisationsteam und planten seit Januar 2009 den "KinderMusikTag".

Etwa 40 Kinder zwischen 3 und 14 Jahren sowie Eltern, Lehrkräfte und weitere interessierte Erwachsene aus dem Kirchenbezirk Göttingen kamen am Samstag, 14. März 2009 zum "KinderMusikTag" in die Kirche Göttingen. Schon bevor es richtig losging, erkundeten die Kinder die aufgebauten Musikinstrumente. Ob Klavier, Schlagzeug oder Tuba - die "bunte Mischung" an verschiedenen Instrumenten weckte die Neugier der jungen Teilnehmer. Andreas Prade-Weidner führte als einer der Initiatoren durch den "KinderMusikTag" und begrüßte die Anwesenden. Hendrik aus Einbeck erntete mit seinem schwungvollen Posaunen-Vortrag zu Beginn viel Applaus. An verschiedenen "Stationen" konnten nun die Kinder die aufgebauten Instrumente ausprobieren und weitere altersgerechte Angebote nutzen.

Vor allem die Jungs wagten gleich einen Versuch an der Trompete und den von den Organisatoren mitgebrachten E-Gitarren samt Verstärker. Leise und laute Register der Kirchenorgel mit über 800 Pfeifen faszinierten die Kinder ebenso wie die kleine ¼-Geige, die den kürzeren Armen und kleinen Händen von Kindern angepasst ist.

In den Nebenräumen malten die Kinder den "Hummelflug" oder tanzten zur Musik. An einem großen Basteltisch, der von drei Glaubensschwestern aus Hann. Münden betreut wurde, konnten Klanghölzer und Kastagnetten verziert und Schellen aus Kronkorken gebastelt werden. Themenbezogene Malvorlagen kamen bei größeren und kleinen Teilnehmern gut an und boten auch einmal eine willkommene Ruhepause für die Ohren.

Am von Glaubensschwestern aus Göttingen liebevoll zusammengestellten Mittagsbuffet wurden Groß und Klein satt. Während die Erwachsenen noch die Möglichkeit des Austauschs bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen nutzen, waren die Kinder längst wieder bei den Angeboten zu finden.

Bei seinem Vortrag für die Erwachsenen ging Andreas Prade-Weidner auf das Modell menschlicher Informationsverarbeitung ein. Die Zuhörer erfuhren etwas über die messbaren körperlichen Veränderungen und der Wirkung von Musik. Anhand einer Studie einer musikbetonten Grundschule in Berlin wurde belegt, dass Musik die Intelligenz steigert, Konzentration, Sprache und Kreativität fördert sowie das Selbstbewusstsein der Kinder erhöht. Kinder, die eine gezielte Förderung ihrer musikalischen Fähigkeiten erhalten, haben nachweislich eine höhere Ausdauer, Leistungsfähigkeit und soziale Kompetenz. Kritisch ging Andreas Prade-Weidner auf die musikalische Bildungssituation in Deutschland ein. Musikalische Bildung muss für alle möglich sein und noch stärker unterstützt werden.

Am Nachmittag begeisterten dann die Kinder mit ihren Musikvorträgen, die sie teils an diesem Nachmittag eingeübt hatten. Sarah übte mit den ganz jungen Teilnehmern, Coriena mit den etwas älteren ein Lied ein, das jeweils zum Vortrag kam. Mit Fingerfertigkeit flogen Arnes Hände über die Klaviatur zu einem Klavierstück von Händel. Marilena und Louisa hatten erst fünf Flöten-Unterrichtsstunden und spielten mit sichtbarer Freude das bekannte Kinderlied "Kleine Tropfen Wasser" aus dem Gesangbuch vor.

Beeindruckend war für alle Zuhörer, dass die Kinder bei ihren Vorträgen viel Spaß hatten und sich im Anschluss natürlich auch über ihren Applaus freuten. Wie Hendrik und Arne erlernen einige Kinder schon seit längerem ein Musikinstrument, probierten aber am "KinderMusikTag" auch andere Instrumente aus. Mit einem gemeinsamen Schlusslied und Dankesworte an die Organisatoren endete der "KinderMusikTag" im Bezirk Göttingen. Eine Wiederholung ist im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen!

akli

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