Fusion der Gemeinden Nörten-Hardenberg und Göttingen

Nach vielen Überlegungen und gemeinsamen Gesprächen über die Zukunft der Gemeinde Nörten-Hardenberg entschloss sich der überwiegende Teil der Gemeindemitglieder zur Zusammenführung mit der Gemeinde Göttingen - zwar mit Wehmut, aber auch mit einem hoffnungsvollen Blick nach vorn.

Letzter Gottesdienst in Nörten-Hardenberg

In der Gemeinde Nörten-Hardenberg fand am Sonntag, 3. Februar 2008, der letzte Gottesdienst statt. 94 Gottesdienstteilnehmer versammelten sich, um noch einmal in der vertrauten Kirche einen Gottesdienst zu feiern und die herzliche Gemeinschaft, die die Gemeinde in den 25 Jahren ihres Bestehens geprägt hat, zu erleben. Zu diesem Ereignis waren zusätzlich zu vielen Gemeindemitgliedern zahlreiche ehemalige Mitglieder und Freunde der Gemeinde erschienen.

Der Vorsteher der Gemeinde, Evangelist Andreas Krause, stellte den Gottesdienst unter das Wort "... alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt" (Markus 9, aus 23). Dieses Bibelwort hatte Bezirksapostel Arno Steinweg dem ersten Vorsteher der Gemeinde, Priester Walter Strulik, zu Beginn der Arbeit in Nörten-Hardenberg als Leitfaden gegeben, und mit diesem Wort hielt Bischof Kurt Krysewski am 9. Januar 1983 den ersten Gottesdienst in der Gemeinde.

Kerngedanken aus dem Dienen des Vorstehers:

  • Der Glaube eines Menschen definiert sich über seine Beziehung zu Gott.
  • Die Beziehung zwischen Jesus und seinem Vater war die Voraussetzung für die Heilung des Kindes.
  • Von Jesus können wir lernen, dass unsere Beziehung zu Gott gestärkt wird durch den unbedingten Willen, Gottes Willen zu tun.
  • Der Glaube machte auch in der Gemeinde Nörten-Hardenberg vieles scheinbar Unmögliche möglich.
  • Die Erfahrung zeigt, dass wir Menschen nicht alles können und oft wie der Vater des Kindes rufen: "Ich glaube, hilf meinem Unglauben!"
  • Weil Gott alles kann, kann man sich auf ihn auch in der neuen Gemeinde verlassen.

Hirte Wolfgang Schwandt (Vorsteher 2000 bis 2002) bezeichnete die Gemeinde als eine Oase herzlicher Gemeinschaft, durch die die Gemeinde bei aller Verschiedenheit der Geschwister geprägt war. Priester Walter Strulik (Vorsteher bis 2000) blickte zurück auf die bewegten Anfangsjahre der Gemeinde, in denen viele aus Afrika und Asien stammende Menschen in die Gemeinde aufgenommen werden konnten und vieles Unmögliche möglich gemacht wurde. Das Mitdienen der beiden Priester der Gemeinde rundete den Gottesdienst ab.

Anschließend blieben viele der Anwesenden teils bis in den späten Nachmittag zusammen. Bei einem Imbiss mit heißen Würstchen und Salaten, Kaffee und Kuchen wurde in Gesprächen sowohl trauernd als auch dankbar auf die gemeinsame Zeit zurückgeblickt. Hoffnungsvolle Blicke wurden in die gemeinsame Zukunft mit der Gemeinde Göttingen gerichtet.


Offizieller Zusammenschluss in Göttingen

Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes am Sonntag, dem 10. Februar vollzog Bezirksältester Reinhold Merker die Fusion der Gemeinden Nörten und Göttingen. Sowohl die Nörtener als auch die Göttinger Geschwister wurden am Eingang der Kirche mit einem Willkommensgruß von Geschwistern der jeweils anderen Gemeinde begrüßt.

In seinem Dienen ging der Bezirksälteste ausführlich ein auf die Gründe für die Entscheidung der Nörtener Geschwister zur Fusion mit Göttingen: Altersstruktur, Überbelastung der aktiven Gemeindemitglieder sowie Verantwortung für die Jugend und die Kinder. Den jungen Christen soll ein Umfeld in einer großen lebendigen Gemeinde mit vielen Kontaktmöglichkeiten geboten werden. Der Bezirksälteste begründete auch, warum die Gemeinde Göttingen erst spät mit dieser Entscheidung vertraut gemacht wurde: Die Gemeinde Nörten hatte Anfang Januar 2008 die Fusion mit Göttingen beschlossen. Erst zu diesem Zeitpunkt konnte die Gemeinde Göttingen einbezogen werden. Da die Nörtener den Wunsch geäußert hatten, dass die Fusion möglichst unverzüglich geschehen solle, um die Zukunft dann auch gemeinsam gestalten zu können, kam die Zusammenführung für manche Geschwister aus Göttingen vielleicht etwas plötzlich. Der Bezirksälteste bat darum, mit viel Verständnis und Freude in die Zukunft zu gehen.

Zum Abschluss des Gottesdienstes rief Bezirksältester Merker alle Amtsträger der "neuen" nun größer gewordenen Gemeinde Göttingen vor den Altar und sprach ein besonderes Gebet, in dem der göttliche Segen für die gemeinsame Zukunft erbeten wurde. Nach dem Gottesdienst überreichte ein Kind der Gemeinde Nörten dem Vorsteher ein großes Herz, auf dem alle Glaubensgeschwister aus Nörten unterschrieben hatten. Es war ein bewegender Gottesdienst und ein schöner Aufbruch in die gemeinsame Zeit.


Hintergrund

Seit Frühjahr 2007 hatte sich die Gemeinde in Gesprächskreisen verschiedener Gruppen und in Einzelgesprächen mit der Zukunft der Gemeinde beschäftigt. Dabei zeigte sich zunehmend, dass sich trotz aller Mühen um Verbesserung der Gemeindestruktur keine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde erreichen ließ. Anlässlich einer Gemeindeversammlung am 6. Januar 2008 wurde durch die Bezirksleitung die Situation noch einmal ausführlich dargestellt. Schweren Herzens stimmten die meisten Mitglieder der Gemeinde deshalb dem Vorschlag zu, sich mit der Gemeinde Göttingen zusammenzuschließen. Bereits seit September 2007 besuchten die Gemeindemitglieder Nörten-Hardenbergs die Gottesdienste am Mittwochabend in Göttingen. Göttinger Amtsträger trugen vor 25 Jahren durch ihre Arbeit in der Region dazu bei, dass aus einer vormaligen Station in Nörten-Hardenberg eine Gemeinde mit zuletzt 63 Gemeindemitgliedern entstehen konnte.

H.B. / M.S. / akli.