"Das lebendige Buch" in der Stadthalle Göttingen

Nachdem die Aufführung des Kindermusicals im November 2005 in Northeim wegen technischer Probleme abgesagt werden musste, konnte sie nun endlich im Kirchenbezirk Göttingen stattfinden. 120 Kinder sowie die im Hintergrund arbeitenden 60 Jugendlichen und Erwachsenen wurden mit viel Applaus belohnt.

Schon am frühen Nachmittag des 11. März 2006 war bei den 120 Kindern, die das Kindermusical von Ruthild Eicker "Das lebendige Buch" ein viertes Mal aufführten - diesmal in der Stadthalle Göttingen, die wachsende Spannung zu spüren. Auch bei ihren Betreuern und Familien sowie den vielen freiwilligen Helfern waren Vorfreude und Aufregung vorhanden.

Zwischen Verpflegungsraum mit selbst gemachten Leckereien und einem Hot-Dog-Stand, Tontechnik und Garderobe war ein buntes Treiben der kleineren und größeren Akteure zwischen 6 und 13 Jahren, bis es endlich gegen 17:00 Uhr losging. Heftiges Schneetreiben und die Suche nach einem Parkplatz konnten die ca. 900 Zuhörer bzw. Zuschauer nicht davon abhalten, die musikalische Zeitreise durch die biblische Geschichte nun endlich auch in Göttingen "live" zu erleben.

Im November 2005 hatte es bereits Aufführungen des Kindermusicals in Wolfenbüttel, Wolfsburg und Alfeld (bei Hameln) gegeben (siehe Bericht vom 23.11.2005). Die letzte Veranstaltung dieser kleinen "Tournee" durch Süd-Niedersachsen sollte noch im November in der Stadthalle Northeim stattfinden. Doch zur großen Enttäuschung aller musste die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden, da technische Mängel an der Bühne eine Veranstaltung dieser Größenordnung unmöglich machten. Alle Versuche, eine Ersatzhalle zu dem geplanten Termin zu finden, blieben erfolglos. Das stellte die Organisatoren auch vor logistische Probleme: Wohin mit "rollender Technik und Bühnenbild", die insgesamt drei LKWs füllten? Doch kurzfristig fand sich eine Lösung.

Um so größer war nach diesen Turbulenzen die Motivation, in der Göttinger Stadthalle nun alles zu geben. Schnell ließen sich alle Anwesenden in der zweistündigen Vorstellung mitreißen vom Schauspiel mit sehr amüsanten aber auch zum Teil nachdenklichen Texten, dem ausdrucksstarken Kinderchor, den solistischen Beiträgen, liebevoll geschneiderten Kostümen, dem künstlerischen Bühnenbild und den eingesetzten Lichteffekten. Und auch die für dieses Projekt gegründete Band begeisterte und sorgte u.a. mit Rap- und Raggae-Rhythmen für Stimmung. Tosender Applaus zum Schluss belohnte die jungen "Künstler" - ein gelungener Nachmittag für groß und klein. Erst nach einer Zugabe leerte sich die Stadthalle langsam.

Die entstandenen Kosten der Veranstaltung wurden von der Neuapostolischen Kirche Niedersachsen getragen. Durch den persönlichen Einsatz vieler konnten sie jedoch relativ niedrig gehalten werden. Auch hinter den Kulissen waren viele helfende Hände tätig. Anliegen der Veranstaltung war, dass sich Kinder für Kinder in Not einsetzen. Deshalb wurde am Ende zu einer Spende aufgerufen. Der Erlös betrug nahezu 2.800 Euro. Davon wurden 2.555 Euro dem "Elternhaus für das krebskranke Kind Göttingen e.V." zur Verfügung gestellt. Der Rest ging an NAK-karitativ für das Projekt "Wasser im Sudan".

Am Montag, 20. März 2006 überreichten Bischof Rainer Knigge (Bad Harzburg) und Marion Mönkemeyer (Musical-Organisatorin für den Kirchenbezirk Göttingen) nach einem eindrucksvollen Rundgang durch einige Räume des "Elternhauses für das krebskranke Kind Göttingen e.V." die gesammelte Spende in Form eines Schecks an Susanne Schulze-Konopka (1. Vorsitzende und ehrenamtliche Mitarbeiterin des Vereins). Der Betrag soll vor allem für schon länger geplante Renovierungsarbeiten eingesetzt werden, so Frau Schulze-Konopka.
Zum Schluss waren sich alle Anwesenden einig, dass sich ehrenamtliches Engagement immer lohnt und eine persönliche Lebensbereicherung darstellt.

akli

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