Gottesdienst für Entschlafene mit Vorbereitung

Gottesdienste für Entschlafene, die neuapostolische Christen drei Mal jährlich feiern, sind für viele ein Mysterium. Zur intensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema trafen sich 23 Jugendliche und deren Betreuer aus dem Bezirk Göttingen am Vorabend des Gottesdienstes für Entschlafene am ersten Sonntag im März in unserer Kirche in Bad Sachsa.

Im ersten Teil des Abends beschäftigten sich alle Anwesenden mit der Trauer über einen lieben Menschen, den man in die Ewigkeit abgeben musste. Aber auch die Freude über die Wirkung eines solchen Gottesdienstes im Jenseits bildete einen weiteren Schwerpunkt. Evangelist Andreas Krause (Göttingen), der den Abend moderierte, gab unter anderem Antworten auf die Fragen, warum neuapostolische Christen einen Gottesdienst für Entschlafene feiern und welche Aufgaben jeder dabei übernehmen kann.

Die nach einer kurzen Pause folgende Andacht bildete den zweiten Teil dieses bewegenden Abends: Neben gemeinsam gesungenen Liedern, einem Klaviervortrag, Gebeten und einem Moment der Stille folgte eine nachdenkliche Passage aus einem Buch.

Im Anschluss an die Andacht nutzten die Jugendlichen und Betreuer die Möglichkeit, gemeinsam in der Jugendherberge in Bad Sachsa zu übernachteten. So klang der Abend mit Gesprächen und gemütlichem Beisammensein aus.

Zum Gottesdienst für Entschlafene am nächsten Morgen, der dieses Mal im Rahmen des monatlichen Jugendgottesdienstes stattfand, versammelten sich nicht nur 44 Jugendliche und Betreuer, sondern auch einige Glaubensgeschwister der Gemeinde in unserer Kirche in Bad Sachsa. Bevor der Gottesdienst begann, erfolgte eine Lesung aus 1. Tessalonicher 4 durch eine Jugendliche.

Dem Gottesdienst lag das Bibelwort Lukas 6,39 zugrunde:

„Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen?“

Einige Gedanken aus dem Gottesdienst:

  • Jesus hat, um uns nahe zu sein und uns die Möglichkeit des ewigen Lebens zu geben, seine Göttlichkeit aufgegeben, ist Mensch geworden und hat den Tod am Kreuz erlebt.
  • Die Liebesbotschaft Gottes lautet: „Ich bin zu dir gekommen, weil ich dich liebe, um bei dir zu sein und um dich zu heilen!“
    Gott möchte die Seele heilen, Mut machen („Ich glaube an dich“) und helfen.

In der Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl wurde eine Geschichte angeführt. Sie handelte von einem Mann und seinem Freund, die durch die Wüste gingen. Während ihrer Gespräche gerieten die beiden so heftig in Streit, dass der Mann seinen Freund schlug. Dieser kniete daraufhin nieder und schrieb in den Sand: „Hier hat mein Freund mich geschlagen!“. Sie gingen weiter und kamen an eine Oase mit einem Tümpel. Beim Versuch zu trinken stürzte der Freund vornüber und drohte, in dem Wasser zu ertrinken. Der Mann sprang ohne Bedenken hinterher und rettete seinen Freund. Dieser ging nun zu einem Felsen und ritzte folgende Worte hinein: „Hier hat mein Freund mein Leben gerettet!“ Der Mann war etwas irritiert und fragte seinen Freund, warum er den Schlag in den Sand geschrieben hat und die Rettung in den Felsen? Dieser antwortete, dass er die unguten Dinge in den Sand schrieb, damit der Wind diese wieder verwischen würde, aber die guten Dinge würden im Felsen immer sichtbar bleiben.

Dieses Wochenende war für alle ein besonderes Erleben und hat so manche Frage zum Gottesdienst für Entschlafene beantwortet.

M.W. Fotos: M.We.