Gottesdienst für Entschlafene in Hann. Münden

Bezirksapostel Wilfried Klingler kam zum ersten Gottesdienst für die Entschlafenen in diesem Jahr ins niedersächsische Hann. Münden. Für die Gemeinde an der Weser war es ein besonderer Festtag, denn neben Apostel Achim Burchard und Bischof Winfried Sommer (Hannover) kamen auch die Apostel Rolf Wosnitzka und Gerald Bimberg (Gebietskirche Sachsen/Thüringen) sowie Jens Korbien (Gebietskirche Sachsen-Anhalt) aus dem Arbeitsbereich des Bezirksapostels in die Drei-Flüsse-Stadt.

Zur versammelten Festgemeinde, bestehend aus rund 160 Gottesdienstteilnehmern, hatten sich neben den Gemeindemitgliedern von Hann. Münden und Witzenhausen auch der vormals tätige und nun im Ruhestand lebende Apostel Edmund Stegmaier sowie die Bischöfe im Ruhestand Kurt Krysewski und Rainer Knigge eingefunden. Mit nahezu allen Gemeindevorstehern sowie weiteren Amtsträgern des Kirchenbezirkes war eine große Festgemeinde in der voll besetzten Kirche versammelt.

Der Bezirksapostel legte dem Festgottesdienst das Bibelwort Jesaja 9, aus 6 zugrunde:

„..auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf Erden.“

Zu Beginn beeindruckte den Bezirksapostel die eigene Bewegung, ausgelöst auch durch die erklungenen Lieder „Eine Botschaft voll Erbarmen“ (Gemeinde-Eingangslied) und den Chorvortrag „Brich herein, süßer Schein“. Er erinnerte an viele vormals tätige Amtsträger und Vorbilder, die auch die versammelte Gemeinde mitprägten. Stellvertretend erwähnte er seinen Amtsvorgänger Bezirksapostel Arno Steinweg, zu dem er persönlich auch nach dessen Tod eine besondere Beziehung empfinde. Der Bezirksapostel stellte die unendliche und unfassbare Liebe Gottes für alle Menschen am Beispiel des Kinderliedes „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“ heraus. In seinem Dienen nahm er einen Gedanken des Stammapostels zu diesem besonderen Gottesdienst auf und erinnerte an politische Unruhen und Christenverfolgung in großen Teilen der Welt, die oft mit Waffengewalt geführt werden. Der Bezirksapostel riet, vorurteilsfrei und verständnisvoll Fremd- oder Andersartigen zu begegnen und sie mit Christus in Verbindung zu bringen, losgelöst von unterschiedlichen oder fremd erscheinenden Auffassungen und Anschauungen.

Apostel Jens Korbien stellte in seinem Predigtteil zunächst das Innehalten in den Mittelpunkt und nahm den Gedanken des Bibelwortes „kein Ende“ auf. Das Annehmen eines (unfreiwilligen) „Stopps“ im Leben schafft Besinnung und richtet das Augenmerk auf wichtige Punkte im Leben. Eingehend auf das Annehmen Andersartiger riet der Apostel zur Beschäftigung mit den Beweggründen, warum jemand anders ist, um helfen zu können. Der Apostel ging auf den Fluss Werra ein, der durch Hann. Münden fließt und an dessen Quelle er einst mit seinen Eltern stand. In Hann. Münden findet die Werra in gewisser Weise ein Ende und findet doch auch einen (neuen) Anfang. Denn zusammen mit dem Fluss Fulda wird die Werra zur Weser, die in die Nordsee mündet. Die Seele findet ebenfalls kein Ende, ist unsterblich und will daher ewig in Frieden leben. Auf Christus sehen meint, ihm die Herrschaft zu überlassen und ihn im Herzen regieren zu lassen, so der Apostel.

Der Bezirksapostel spendete heilsverlangenden Seelen im Jenseits die Sakramente Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung sowie das Heilige Abendmahl (vgl. 1. Korinther 15,29). Gemäß dem neuapostolischen Glaubensverständnis geschah das stellvertretend an zwei Amtsträgern. Für den Kirchenbezirk Göttingen ordinierte Bezirksapostel Klingler mit dem bisherigen Evangelisten Roland Krysewski (Gemeindevorsteher Osterode) im Festgottesdienst einen weiteren Bezirksevangelisten.

Der letzte Gottesdienst des Bezirksapostels in der Kirche in Hann. Münden liegt gut siebeneinhalb Jahre zurück. Im Vorfeld zum Gottesdienst für Entschlafene wurden von den Gemeindemitgliedern viele Vorbereitungen für einen besonderen, würdevollen Rahmen getroffen. Sängerinnen und Sänger sowie weitere Musikgruppen der Gemeinde Hann. Münden trugen wesentlich zur feierlichen Atmosphäre bei. Aber auch kunstvolle Blumenarrangements schmückten das Gotteshaus, das derzeit bis zu 160 Gemeindemitgliedern als Kirche und Versammlungsstätte für Gemeindeaktivitäten dient.

akli./Fotos: TS