Ein Herz und eine Seele...

Am Sonntag, 26. Mai, waren seit längerer Zeit wieder einmal alle Gemeinden des Kirchenbezirks Göttingen zu einem gemeinsamen Gottesdienst eingeladen. In der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums kamen rund 400 Gottesdienstteilnehmer und Gäste zusammen.

Die Pflege der Gemeinschaft sowie neue Impulse für die Musikarbeit waren unter anderem Beweggründe der Göttinger Bezirksleitung, wieder einmal zu einem Gottesdienst für den gesamten Kirchenbezirk einzuladen. 2005 hatte der letzte Gottesdienst in diesem Rahmen in Osterode stattgefunden. In diesem Jahr kamen trotz Dauerregens die Gottesdienstbesucher vom Harz bis zur Weser in den Süden des Kirchenbezirks nach Göttingen.

Dem Gottesdienst lag das Bibelwort Apostelgeschichte 4, aus 32 zugrunde:

„Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele.“

Bezirksältester Marco Scheuchzer ging zunächst auf die urchristliche Gemeinde ein, die Lukas beschreibt. Er verglich die damalige Gemeinde mit dem Zustand der Gemeinden heute und unterstrich die Parallelen: Neben Beständigkeit im Glauben, im Gebet, der Feier des Heiligen Abendmahls sowie der Unterweisung durch die Apostel gab es damals wie heute auch Meinungsverschiedenheiten und Ärger. Der Bezirksälteste erinnerte an die Gedanken der Stammapostel Leber und Schneider im Pfingstgottesdienst 2013:

  • Das Leben in der Gemeinde soll geprägt sein vom Wehen des Heiligen Geistes.
  • Die Liebe sei das Zeichen, daran man uns erkennt.

Durch gute und göttliche Gedanken gelingt es, den Heiligen Geist wehen zu lassen. Die Liebe aus dem Heiligen Geist gleicht einer „Brille“, mit der man die Gemeinde, den Nächsten und auch sich selbst betrachtet. Alles, was nicht gut ist, betrachtet man deshalb nicht durch die „rosarote Brille“, sondern mit einem Blick der Liebe, es zum Guten verändern zu wollen. Der Bezirksälteste gab einen Rat mit auf den Weg, den er einmal gelesen hatte: „Gehe nie aus der Kirche, ohne mindestens einem Menschen etwas Gutes und Aufbauendes gesagt zu haben.“ Aus der Kraft des Heiligen Geistes sei es möglich, die Schwierigkeiten der Verständigung in den Gemeinden zu überwinden.

Die beiden Bezirksevangelisten des Kirchenbezirks, Joachim Richter und Roland Krysewski, dienten mit.

Bezirksevangelist Richter stellte die Aussage „Die Liebe ist das Zeichen, daran man uns erkennt“ in den Mittelpunkt seines Predigtbeitrages. Er verwies auf die Liebe Gottes zu uns, die durch viele Zeichen sichtbar wird, und hinterfragte, wo jeder Einzelne Zeichen seiner Liebe zu Gott setze. Zeichen der Liebe zum Nächsten sind Wertschätzung und Akzeptanz trotz mancher Unterschiede sowie das offene Gespräch miteinander.

Bezirksevangelist Krysewski ging auf die Kraft des Heiligen Geistes ein, die es ermöglicht, dem Mitmenschen mit christlicher Wertschätzung begegnen zu können. Mit dem Zitat „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (Erich Kästner) rief der Bezirksevangelist dazu auf, den Nächsten an unserem Glauben, an den geschenkten Gaben in uns und den Gemeinden sowie geistigen und materiellen Gaben teilhaben zu lassen. Dies geschehe durch Opfer, durch die Bereitschaft zum Teilen und durch den Einsatz für Schwache, so Bezirksevangelist Krysewski.

Eine Musik untermalte Präsentation mit stimmungsvollen Bildern, Bibel-Zitaten und den eingeblendeten Kirchen des Bezirks bildete einen schönen Willkommensgruß für die Gottesdienstbesucher. Musikalisch wurde der Gottesdienst abwechslungsreich von Gruppen, die sich aus Sängerinnen und Sängern sowie Instrumentalisten aus dem Bezirk zusammensetzten, vorbereitet und mitgestaltet. Ob Kinder-, Jugend-, gemischter oder Senioren(männer)chor – alle Vorträge unterstrichen die Vielfalt im Bezirk und bereicherten den Bezirksgottesdienst. Der Wortbeitrag „Das Hohelied der Liebe“ (aus 1. Korinther 13), verlesen und interpretiert durch einen Glaubensbruder und eine Glaubensschwester, stimmte nachdenklich und auf das Heilige Abendmahl ein.

Der Gottesdienst beinhaltete außerdem Veränderungen in der Musikarbeit des Bezirks: Diakon Rüdiger Raudzus tritt die Nachfolge von Priester Thorsten Kleint als Musikbeauftragter des Bezirks an, Anika Werner löst Coriena Köhler in der Bezirkskindermusik ab.

akli. / Fotos: HB