Ob aus Gadebusch (nordwestliches Mecklenburg-Vorpommern) oder Göttingen in Südniedersachsen: Am Samstagmittag, 7. September, reisten rund 120 Teilnehmende aus dem Apostelbereich Mitte-Nord von Apostel Ralf Vicariesmann bei hochsommerlichen Temperaturen an den Westrand der Lüneburger Heide. Die Agenda war gut gefüllt und auch dem von vielen im Vorfeld geäußerte Wunsch nach Austausch und Vernetzung wurde Raum gegeben.
Die wesentlichen Inhalte des ersten Vorsteherwochenendes im Apostelbereich Mitte-Nord:
Impulsvortrag des Apostels
In seinem Impulsvortrag am Samstagmittag visualisierte Apostel Vicariesmann fünf Kompetenzen des kirchlichen Leitens in der Darstellung eines Baumes von den Wurzeln (= persönliche Gottesbeziehung) bis zu den Blättern (= Fachkompetenzen). „Viele dieser Dinge sind schon Teil von dir“, ermutigte der Apostel. Das Bild vom Baum und einige „Kontrollfragen“ regten zum Nachdenken an.
Vortrag „Umgang mit der Bibel“ (Basisinformationen)
Bezirksältester i.R. Rainer Lorenz (Fachberater Fortbildung im Apostelbereich Mitte-Nord) hielt einen Vortrag zur Entstehungsgeschichte der Bibel, des Alten und des Neuen Testaments. Insbesondere beim Neuen Testament ging er auf die Autoren und die Entstehungszeit der einzelnen Schriften ein, gemäß dem aktuellen Forschungsstand.
Andacht am Samstagnachmittag
Apostel Vicariesmann stellte den Begriff „Segen“, die Zuwendung Gottes, in den Mittelpunkt einer Andacht, die eine Lesung, gemeinsam gesungene Lieder und Stille zum Inhalt hatte. „Segen ist, etwas zu geben und selbst wieder zu empfangen“, stellte der Apostel als einen Aspekt heraus.
Marktplatz am Samstagnachmittag
Im weiteren Verlauf des Nachmittags konnten die Teilnehmenden nach ihren Interessen thematisch wählen und miteinander am jeweiligen „Marktstand“ ins Gespräch kommen. Aus einigen Fachbereichen des Apostelbereichs stellten die jeweiligen Fachberaterinnen und Fachberater ein Thema ihres Aufgabengebiets vor. Darüber hinaus bestand das Angebot aus vier weiteren Ständen für Seelsorgerinnen und Seelsorger in Leitungsfunktionen:
Fachbereich Fortbildung
Am Marktstand führten Bezirksältester i.R. Rainer Lorenz (Hannover) und Priester Michael Knigge (Vechelde) anschaulich durch das Thema: Infos für „Einsteiger“, Hilfestellung für bereits mit Schulungen Vertraute und Ausblicke für Fortgeschrittene standen im Mittelpunkt. Die vorgestellte Struktur von Basis- und Aufbauseminaren sowie Zusatzmodulen zeigte viele Möglichkeiten auf.
Fachbereich Kinder und Unterrichte
Die beiden Fachberaterinnen, die Diakoninnen Anja Zorn und Heimke Eggers-Richter, beantworteten Fragen zu den kirchlichen Kinderunterrichten und gaben Einblicke in das neue Lehrmaterial für den Religionsunterricht, das seit dem Sommer dieses Jahres eingesetzt wird. Ein weiteres, aktuelles Thema war das Aufgabengebiet von Kinderbeauftragten in den Gemeinden sowie bereits gesammelte Erfahrungen.
Fachbereich Ökumene
Reger Gedankenaustausch mit dem Team um den Fachberater Ökumene im Apostelbereich, Bezirksevangelist Thomas Sperling, einige Impressionen per Beamer und ein Tisch mit Infomaterial: Die Vielfalt der Gespräche und das stetig wachsende Interesse an Ökumene, das sich auch in kleinen, aber beständigen Aktivitäten vor Ort ausdrückt, zeigte sich am gut besuchten Stand.
Fachbereich Kommunikation: Gemeindebrief
Ein kleines Kommunikationsinstrument mit breiter Wirkung: In vielen Gemeinden ist der Gemeindebrief etabliert. Am Stand wurde mit der Fachberaterin Anja Klimmek-Ziligen (Göttingen) u.a. auch über alternative Möglichkeiten gesprochen, wie örtliche, bezirkliche oder auch überregionale Informationen an die Gemeindemitglieder weitergegeben werden und dadurch Verbindung zueinander entstehen können.
Trauerbegleitung
Priester Daniel Marx (Schwerin) kam am Marktstand, der mit umfangreicher Literatur ausgestattet war, vielfältig ins Gespräch: Erfahrungsaustausch, Aufzeigen von Fortbildungen für Seelsorger sowie die individuelle Trauerbegleitung in Gemeinden und Kirchenbezirken waren Schwerpunkte. Das Angebot der Trauerbegleitung soll in den Gemeinden noch besser bekannt sein, der Wunsch nach Basisschulungen (für neue Amtstragende und in der Seelsorge Tätige) wurde geäußert.
„Gemeinde der Zukunft“
Intensive Diskussionen zur Zukunft der Gemeinde, insbesondere über Herausforderungen für Jugend und Kinder, zeigten das Interesse am gut besuchten Stand, den Apostel Ralf Vicariesmann leitete. Die verschiedenen Strategiegruppen der Gebietskirche (Fortbildung Amtsträger, Immobilien und Standorte von Gemeinden, Kinder und Unterrichte, Jugend und Musik) wurden aufgezeigt, die für ihre Arbeit die im Katechismus formulierte „Vision und Mission“ unserer Kirche als Grundlage hat.
„Gemeindeversorgung / pastorale Betrachtung“
Viele Teilnehmende bekamen von Bischof Dirk Hiddessen (Hannover) und Priester Arne Zorn (Bad Schwartau) erstmals zu diesem Thema einen Einblick. Was versteht man darunter, warum eine pastorale Betrachtung hilfreich ist und dass es seit einiger Zeit eine Entkopplung der Betrachtung von Kirchengebäude und Gemeinde gibt, interessierte die Standbesucher. Dabei wurden auch Schnittmengen zu anderen Marktständen deutlich.
„Dienen und Führen“
Der Markstand zur gleichnamigen Schrift der Neuapostolischen Kirche (2001) visualisierte die Hauptpunkte, über die man mit dem Bezirksältesten Harald Schwab (Braunschweig) ins Gespräch kam. Der Hinweis auf die Aufgabenbeschreibung für Gemeinde- und Bezirksvorsteher aus der Satzung der Gebietskirche sorgte für Aufmerksamkeit und fehlende Inhalte wurden durch handschriftliche Notizen zur ansprechenden Grafik ergänzt.
Gottesdienst am Sonntagmorgen
Kurz vor Beginn des Gottesdienstes fand eine Lesung aus Johannes 21,1–13 statt, die das Geschehen rund um das Bibelwort aus Johannes 21,7 beleuchtete:
„Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hat, zu Petrus: "Es ist der Herr!" Als Simon Petrus hörte "Es ist der Herr", da gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich in den See.“
Apostel Vicariesmann fasste seine Predigt am Ende des Gottesdienstes in drei Kernaussagen zusammen (Zitat):
- Sei ein Menschenfischer. Begeistere deinen Nächsten für Jesus Christus in dem Evangelium, das in Fülle vorhanden ist. Aber die Basis ist immer Jesus Christus! Schau auf ihn. Guck nicht auf das, was dir scheinbar als Gabe fehlt, aber der andere hat. Jeder von uns hat einen individuellen Weg – aber es ist ein Weg zu Jesus Christus!
- Die Basis für diesen Weg zu Jesus Christus ist, dass du ihn liebst. Ohne das geht es nicht!
- Du bist in einem Vollmaß versorgt von Gott. Er sagt nicht, dass das, was du einbringst, nichts wert ist. Er fordert dich auf, es einzubringen, auch wenn es für dich unvollkommen scheint.
„Ich wünsche dir dazu Gottes Segen und dass du seine Zuwendung spürst“, schloss der Apostel.
Die Bischöfe Wolfgang Novicic und Dirk Hiddessen unterstrichen in ihren Predigtbeiträgen, alles aus tiefer Liebe zu tun. Der Wunsch sei, den Gläubigen in den Gemeinden „ein warmes und schönes Zuhause zu geben“, wie es Apostel Thomas Krack als ein Vermächtnis formulierte, berichtete Bischof Novicic. Als Werkzeuge Jesu zähle nicht die eigene, sondern die göttliche Erfolgsmessung. Die Motivation sei nicht Erfolg, sondern die Liebe zu Jesus Christus, hob Bischof Hiddessen hervor.
Musikalisch gestalteten ein gemischter Chor aus den Teilnehmenden sowie zwei weitere Ensembles mit Klavierbegleitung feierlich den Gottesdienst.
Ausblick
Damit das Verbundensein der 74 Gemeinden in den acht Kirchenbezirken des Apostelbereichs Mitte-Nord von der Werra bis zur Ostsee weiter gefördert wird, sollen die verschiedenen Impulse aus dem Vorsteherwochenende in der kommenden Zeit auch die Gemeindemitglieder vor Ort erreichen.
Das nächste Vorsteherwochenende für den Apostelbereich Mitte-Nord ist für 2026 vorgesehen.
Neuapostolische Kirche