Neben der Gemeinde Göttingen waren auch die Gemeinden Witzenhausen, Hann. Münden, Northeim und Kalefeld-Willershausen an diesem besonderen Mittwochabend nach Göttingen eingeladen. Die Gemeinden Bad Lauterberg und Bad Sachsa erlebten den Gottesdienst in der Übertragung in der Kirche in Bad Lauterberg.
Bezirksapostel David Heynes stellte zu Beginn den Wert eines Gottesdienstes heraus: Gott selbst tritt zu den Gläubigen, dient ihnen durch Wort und Sakrament und möchte die persönliche Beziehung zu jedem Einzelnen vertiefen. Diese Nähe Gottes bildete die Grundlage für das zentrale Thema des Abends – die Aufforderung aus Philipper 4,4, dem zugrunde liegenden Bibelwort:
„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“
Der Bezirksapostel stellte heraus, dass diese Freude nicht oberflächlich gemeint ist. Sie besteht weder darin, Probleme zu verdrängen noch sich zu einem künstlichen Optimismus zu zwingen. Vielmehr liege der Schlüssel in der Aussage „in dem Herrn“:
Wahre Freude entspringt der lebendigen Beziehung zu Gott. Diese Freude ist ein Geschenk des Heiligen Geistes und bleibt auch dann bestehen, wenn äußere Umstände schwierig sind – wie das Beispiel des Apostels Paulus zeigt, der selbst im Gefängnis zur Freude aufruft.
In seiner Predigt zeichnete unser Bezirksapostel den Ursprung dieser Freude nach: Zu Beginn lebten die Menschen in vollkommener Gemeinschaft mit Gott. Durch die Sünde ging diese verloren, doch durch Jesus Christus wurde der Weg zur Freude wieder eröffnet: Sein Leben, sein Opfer, seine Auferstehung und die Sendung des Heiligen Geistes zeigen, dass Gott den Menschen nahe sein und ihnen dauerhafte, tiefe Freude schenken will.
Diese Freude wird konkret erfahrbar im Glaubensleben: durch Vergebung, durch die Sakramente, durch die Gemeinschaft der Gläubigen und deren gelebtes Vorbild sowie durch die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi. Gott hat alles vorbereitet, damit seine Liebe, Gnade und Zukunftsperspektive erlebt werden können.
Zwei Hindernisse führte der Bezirksapostel aus, die diese Freude gefährden – Konflikte und Sorgen:
Konflikte – mit Gott oder mit Mitmenschen – können die innere Freude zerstören; durch einen ersten Schritt zur Versöhnung und einem „Sorry“ kann man diesem Unfrieden begegnen. Sorgen hingegen sollen bewusst Gott anvertraut werden, im Vertrauen darauf, dass er auch ohne veränderte äußere Umstände inneren Frieden schenken kann.
Der Bezirksapostel schloss mit einem Appell an die Festgemeinde: „Lasst uns eine Botschaft der Freude zu allen Seelen bringen, lasst uns fröhlich sein – Jesus kommt bald! Wir bereiten uns auf die Hochzeit des Lammes vor.“
Apostel Ralf Vicariesmann unterstrich die Gedanken des Bezirksapostels in seinem Predigtbeitrag und zeigte auf, dass die Freude untrennbar mit einer engen Beziehung zu Gott verbunden ist. Diese Beziehung ist nicht distanziert, sondern persönlich und lebendig („ich in dir und du in mir“). Wer Gottes Stimme höre und seine Nähe suche, kann eine tiefe, innere Freude erfahren, die unabhängig von äußeren Lebenslagen bestehe. Gleichzeitig ermutigte der Apostel dazu, diese Beziehung aktiv zu pflegen und gemeinsam in der Gemeinde zu stärken. Schließlich gab er die ermutigende Zusage: „Gott möchte eine gute Beziehung mit dir.“
Bezirksapostel Heynes spendete das Sakrament der Heiligen Versiegelung an einer Erwachsenen.
Ein langjährig tätiger Priester der Gemeinde Göttingen wurde mit herzlichen Worten für seine vielfältige Arbeit auch über die Gemeinde hinaus mit herzlichen Worten und einem Geschenk verabschiedet.
Im Anschluss an den Gottesdienst, der musikalisch mit englisch- und deutsprachigen geistlichen Liedern durch den großen Chor gestaltet wurde, verabschiedeten sich der Bezirksapostel sowie der Apostel von den Gottesdienstbesuchern und beide nahmen sich viel Zeit für persönliche Begegnungen.
Die Sonntagsschulkinder der Gemeinde Göttingen hatten sich eine Woche zuvor auf den Besuch des Bezirksapostels vorbereitet: Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen sammelten sie gute Wünsche für ihren neuen Bezirksapostel.
Neuapostolische Kirche